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Biographie

In dieser Biographie sind die wichtigsten Stationen und Ereignisse im Leben Paul Hindemiths sowie bedeutende Werke verzeichnet.

1895
Paul Hindemith wird am 16. November in Hanau geboren.

1898 Die Schwester Toni wird am 20. Februar in Niederrodenbach geboren.

1899 Paul Hindemith lebt bis zur Einschulung bei den Großeltern in Naumburg am Queis (Schlesien).

1900 Der Bruder Rudolf wird am 9. Januar in Niederrodenbach geboren.
Die Familie siedelt im Juli nach Offenbach/Main, im Oktober nach Mühlheim/Main.

1902 April: Einschulung in Mühlheim. Geigenunterricht bei dem Schullehrer Eugen Reinhardt.

1905 Umzug der Familie Hindemith nach Frankfurt/Main.

1907 Geigenunterricht bei der aus der Schweiz stammenden Geigerin Anna Hegner. Erste Auftritte der Geschwister als „Frankfurter Kindertrio“, das bis 1912 während der Sommerferien in der schlesischen Heimat des Vaters Konzerte gibt.

1908 Anna Hegner verläßt Frankfurt und vermittelt Hindemith zunächst als Privatschüler an Adolf Rebner, Geigenlehrer an Dr. Hoch's Conservatorium in Frankfurt/Main. Zum Wintersemester wird Hindemith als Stipendiat offiziell in Rebners Geigenklasse aufgenommen.

1909 Erste Beiträge zu Vortragsabenden am Hoch’schen Conservatorium.

1912 Kompositionsunterricht bei Arnold Mendelssohn.

1913 Kompositionsunterricht bei Bernhard Sekles.
In den Sommermonaten ist Hindemith Mitglied einer Schweizer Kurkapelle, die in Luzern und Lugano Kurkonzerte gibt.
Ab Dezember Konzertmeister der Frankfurter Operettenbühne „Neues Theater“.

1914 In den Sommermonaten ist Hindemith Mitglied eines Kurorchesters in Heiden/Schweiz.

1915 Zweiter Geiger im Rebner-Quartett.
26. April: Uraufführung des 1. Streichquartetts C-Dur op. 2 (1915) in Dr. Hoch's Conservatorium in Frankfurt/Main.
Hindemith erhält von der Joseph-Joachim-Stiftung in Berlin eine Geige.
Konzertmeister im Opernhausorchester Frankfurt.
Am 25. September fällt der Vater in Flandern an der Front.
Im Herbst erhält Hindemith für sein Streichquartett von der Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung in Berlin einen Preis über 750 Mark.

1916 28. Juni: Uraufführung des Konzerts in Es-Dur für Violoncello und Orchester op. 3 (1916) in Frankfurt/Main.
Lustige Sinfonietta op. 4.

1917 Drei Stücke für Violoncello und Klavier op. 8 (1917) erscheinen bei Breitkopf & Härtel.
13. August: Einberufung zum „Musketier“. Hindemith wird zunächst in Frankfurt stationiert und für seinen Orchesterdienst freigestellt.
Drei Gesänge für Sopran und Orchester op. 9; Violinsonate op. 11 Nr. 6.

1918 Hindemith wird am 16. Januar als Militärmusiker eines Infanterie-Regiments ins Elsaß verlegt. Ab April ist seine Einheit in Nordfrankreich und Belgien stationiert, wo Hindemith die Greuel des Krieges erlebt. Am 5. Dezember wird er aus dem Militärdienst entlassen.
Teilweise im Feld entstehen das 2. Streichquartett f-Moll op. 10 und die Violinsonaten op. 11 Nr. 1 und 2.

1919 2. Juni: Kompositionsabend mit Werken von Paul Hindemith am Hoch’schen Conservatorium. Das Verlagshaus B. Schott’s Söhne in Mainz wird auf den jungen Komponisten aufmerksam. Hindemiths Zusammenarbeit mit dem Verlag wird zeitlebens andauern.
Im Sommer wechselt Hindemith im Rebner-Quartett von der zweiten Geige zur Bratsche.
Bratschensonaten op. 11 Nr. 4 und Nr. 5; Melancholie für Mezzosopran und Streichquartett op. 13; Drei Hymnen nach Walt Whitman für Bariton und Klavier op. 14; Klavierzyklus In einer Nacht… Träume und Erlebnisse op. 15.

1920 3. Streichquartett op. 16; Sonate für Klavier op. 17; Lieder mit Klavier op. 18; Tanzstücke für Klavier op. 19.

1921 4. Juni: Uraufführung der Einakter Mörder, Hoffnung der Frauen op. 12 (1919) und Das Nusch-Nuschi op. 20 (1920) durch Fritz Busch in Stuttgart.
1. August: Uraufführung des 3. Streichquartetts op. 16 (1920) bei den erstmals stattfindenden „Donaueschinger Kammermusik-Aufführungen zur Förderung zeitgenössischer Tonkunst“. Es spielt das spätere „Amar-Quartett“: Licco Amar und Walter Caspar (Violine), Paul Hindemith (Viola) und Rudolf Hindemith bzw. alternierend Maurits Frank (Violoncello).
Beide Premieren sorgen für Schlagzeilen und machen Hindemith überregional als „Bürgerschreck“ bekannt.
Sonate für Violoncello und Klavier op. 11 Nr. 3 (zweite Fassung); 4. Streichquartett op. 22.

1922 Gründung des Amar-Quartetts, das sich zu einem der bedeutendsten Ensembles der 1920er Jahre entwickelt. Beginn reger Konzerttätigkeit mit dem Amar-Quartett und als Kammermusiker.
26. März 1922: Uraufführung des vollständigen Einakter-Triptychons mit Mörder, Hoffnung der Frauen op. 12, Das Nusch-Nuschi op. 20 und Sancta Susanna op. 21 durch Ludwig Rottenberg in Frankfurt.
Die „Gemeinschaft für Musik“, zu der sich Hindemith im Juli mit Freunden zusammenschließt, soll neue Formen des Konzerts begründen: „Wir sind überzeugt, daß das Konzert in seiner heutigen Form eine Einrichtung ist, die bekämpft werden muß, und wollen versuchen, die fast schon verloren gegangene Gemeinschaft zwischen Ausführenden und Hörern wiederherzustellen.“ Bis März 1923 finden im Rahmen der „Gemeinschaft für Musik“ 10 Kammerkonzerte statt; die Inflation setzt dem Projekt ein Ende.
Hindemith entdeckt die Viola d’amore für sich, „ein ganz herrliches Instrument, das ganz verschollen ist, und für das nur eine ganz kleine Literatur besteht.“ Hindemith, der von nun an immer wieder Konzerte mit Alter Musik auf historischen Instrumenten gibt, gehört zu den frühen Wegbereitern der Historischen Aufführungspraxis.
Des Todes Tod op. 23a für eine Frauenstimme mit Begleitung von zwei Bratschen und zwei Celli; Kammermusik Nr. 1 op. 24a; Die junge Magd op. 23 Nr. 2 für eine Altstimme mit Flöte, Klarinette und Streichquartett; Sonaten op. 25; 1922. Suite für Klavier op. 26; Kleine Kammermusik für fünf Bläser op. 24 Nr. 2; Ballett Der Dämon op. 28.

1923 Eine feste vertragliche Bindung an den Schott-Verlag mit regelmäßigen Zahlungen erlaubt Hindemith, die Konzertmeister-Stelle am Frankfurter Opernhaus aufzugeben.
Mitglied des Programmausschusses in Donaueschingen.
Hindemith bezieht den „Kuhhirtenturm“, einen Turm der mittelalterlichen Stadtbefestigungsanlage Frankfurts am Sachsenhäuser Mainufer. Zur Herrichtung des Gebäudes verwendet er 1000 Dollar, die er vom Pianisten Paul Wittgenstein für die Komposition der Klaviermusik mit Orchester (Klavier linke Hand) op. 29 erhalten hat.
Das Marienleben op. 27 für Sopran und Klavier; Quintett für Klarinette und Streichquartett op. 30; Sonaten op. 31; Lieder nach alten Texten op. 33; 5. Streichquartett op. 32; Sonate für Violoncello allein op. 25 Nr. 3.

1924 15. Mai: Heirat mit Gertrud Rottenberg (1900-1967), Tochter von Ludwig Rottenberg, dem 1. Kapellmeister des Opernhausorchesters in Frankfurt/Main.
Juli: Auf Anregung Hindemiths werden beim Musikfest in Donaueschingen Werke von Arnold Schönberg, Anton Webern und Josef Matthias Hauer aufgeführt.
Violinsonaten op. 31; Trio für Violine, Bratsche und Cello op. 34; Die Serenaden. Kleine Kantate nach romantischen Texten für Sopran, Oboe, Bratsche und Violoncello op. 35; Kammermusik Nr. 2 op. 36 Nr. 1.

1925 Kammermusik Nr. 3 op. 36 Nr. 2; Kammermusik Nr. 4 op. 36 Nr. 3; Klaviermusik op. 37; Konzert für Orchester op. 38; 3 Anekdoten für Radio; Ouvertüre zum Fliegenden Holländer, wie sie eine schlechte Kurkapelle morgens um 7 am Brunnen vom Blatt spielt für Streichquartett.

1926 Kontakte zur Laienmusikbewegung „Die Musikantengilde“.
9. November: Uraufführung der Oper Cardillac op. 39 durch Fritz Busch in Dresden.
Musik für mechanische Instrumente op. 40; Konzertmusik für Blasorchester op. 41; Lieder für Singkreise op. 43 Nr. 2.

1927 Zum 1. Mai wird Hindemith an die Hochschule für Musik in Berlin als Professor für Komposition berufen. Bezug einer möblierten Wohnung in Berlin; der Frankfurter Kuhhirtenturm bleibt bis 1938 häufig besuchter Zweitwohnsitz.
Juli: Die Donaueschinger Musiktage werden unter der Bezeichnung „Deutsche Kammermusik“ in Baden-Baden fortgeführt.
4. bis 22. Dezember Reise des Amar-Quartettes in die UdSSR mit Konzerten in Leningrad.
Klaviermusik op. 37; Spielmusik op. 43 Nr. 1; Kammermusik Nr. 5 op. 36 Nr. 4; Kammermusik Nr. 6 op. 46 Nr. 1; Hin und zurück op. 45a; Kammermusik Nr. 7 op. 46 Nr. 2; Schulwerk für Instrumental-Zusammenspiel op. 44.

 

1928 Zunehmende Tätigkeit als Konzertsolist.
Oktober: Hindemiths beziehen eine Wohnung am Sachsenplatz im Bezirk Charlottenburg.
18. Dezember bis 20. Januar 1929: Konzertreise des Amar-Quartetts durch die UdSSR mit Gastspielen in Riga, Leningrad, Moskau, Odessa, Kiew und Charkow.
Trio für Klavier, Bratsche und Heckelphon op. 47.

1929 22. April: Hindemith gibt in Gelsenkirchen sein letztes Konzert als Mitglied des Amar-Quartetts.
In Berlin Gründung eines Streichtrios mit Josef Wolfsthal und Emanuel Feuermann.
8. Juni: Uraufführung der Oper Neues vom Tage unter der Leitung von Otto Klemperer an der Berliner Krolloper.
In Zusammenarbeit mit Bert Brecht entsteht das experimentelle Bühnenwerk Lehrstück, gemeinsam mit Brecht und Kurt Weill das Radio-Hörspiel Der Lindberghflug. Beide werden im Juli bei den Kammermusiktagen in Baden-Baden uraufgeführt.
Sing- und Spielmusik op. 45.

1930 Hindemith unterrichtet (bis 1936) musikalische Laien in der Volksmusikschule Berlin-Neukölln.
Festival „Neue Musik Berlin“ als Weiterführung der Baden-Badener Veranstaltungen.
Die Konzertmusik für Streichorchester und Blechbläser op. 50 entsteht als Auftragswerk zum 50jährigen Bestehen des Boston Symphony Orchestra.
Kammermusik Nr. 6 op. 46 Nr. 1 (zweite Fassung); Konzertmusik für Solobratsche und größeres Kammerorchester op. 48; Konzertmusik für Klavier, Blechbläser und Harfen op. 49; Konzertmusik für Streichorchester und Blechbläser op. 50; Männerchöre a cappella; Wir bauen eine Stadt; Des kleinen Elektromusikers Lieblinge für Trautonium.

1931 Nach dem Tod von Josef Wolfsthal wird Szymon Goldberg Mitglied im Streichtrio.
Zusammenarbeit mit Gottfried Benn am Textbuch zum Oratorium Das Unaufhörliche.
21. November: Uraufführung des Werkes unter der Leitung von Otto Klemperer in der Krolloper Berlin.
Konzertmusik für ein Trautonium mit Begleitung des Streichorchesters; Stücke für eine und zwei Geigen.

1932 Im März nimmt Hindemith an einem Kongreß für Arabische Musik in Kairo teil, zu dem unter anderen auch Béla Bartók eingeladen ist.
Kompositionsauftrag für das Philharmonische Konzert anläßlich des 50jährigen Bestehens des Berliner Philharmonischen Orchesters.
Plöner Musiktag.

1933 Hindemiths Werke werden in Deutschland als „kulturbolschewistisch“ verunglimpft und von den Konzertprogrammen gestrichen. Er selbst erhält in Deutschland kaum noch Engagements.
Beginn der Arbeit am Text zur Oper Mathis der Maler. Bis 1936 komponiert Hindemith eine umfangreiche Sammlung von Klavierliedern nach Gedichten von Matthias Claudius, Friedrich Rückert, Novalis, Wilhelm Busch, Angelus Silesius, Friedrich Hölderlin und Clemens Brentano.
Zweites Trio für Geige, Bratsche und Cello; Konzertstück für zwei Altsaxophone.

1934 12. März: Uraufführung der Symphonie „Mathis der Maler“ durch die Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Wilhelm Furtwängler. Der Erfolg des Konzerts zieht einen in der Presse ausgetragenen, monatelangen Streit über Hindemiths Werk nach sich.
20. März: Das Streichtrio Goldberg-Hindemith-Feuermann gibt in Mailand sein letztes Konzert.
25. November: In der „Deutschen Allgemeinen Zeitung“ erscheint Furtwänglers Artikel „Der Fall Hindemith“.
28. November: Im von Joseph Goebbels herausgegebenen NS-Kampfblatt „Der Angriff“ erscheint als Antwort auf Furtwängler der Artikel „Warum Vorschußlorbeeren für den Konjunktur-Musiker Hindemith? Musik ohne Resonanz im Volk“.
4. Dezember: Furtwängler legt all seine Ämter nieder.
5. Dezember: Paul Hindemith wird beurlaubt.
6. Dezember: Tagung der Reichskulturkammer im Berliner Sportpalast, bei der Propagandaminister Joseph Goebbels Hindemith als atonalen Geräuschemacher tituliert.

1935 Januar und Februar: Hindemith zieht sich in den Schwarzwald zurück und arbeitet an Libretto und Musik zu Mathis der Maler.
An Hindemith ergeht das Angebot der türkischen Regierung, die Musiker- und Musiklehrerausbildung in der Türkei zu reformieren.
3. April bis 16. Mai: Erste Reise in die Türkei.
Oktober: Hindemith nimmt zwar seine Lehrtätigkeit an der Berliner Hochschule wieder auf, nutzt aber dennoch jede Gelegenheit, um Berlin den Rücken zu kehren.
14. November: in Amsterdam Uraufführung des Bratschenkonzertes Der Schwanendreher durch Paul Hindemith (Bratsche) unter der Leitung von Willem Mengelberg.
Vollendung der Oper Mathis der Maler; Sonate in E für Geige und Klavier.

1936 22. Januar: Aus Anlaß des Todes des englischen Königs George V. komponiert Hindemith, der sich gerade auf einer Konzerttournee in England befindet, innerhalb weniger Stunden die Trauermusik für Bratsche und Streichorchester, die er am folgenden Tag mit Adrian Boult in London aufführt.
2. März bis 3. Juni: Zweite Reise in die Türkei.
Im Oktober ergeht ein Aufführungsverbot gegen Hindemiths Werke in Deutschland.
Komposition von drei Klaviersonaten und Beginn der Arbeit an einer Reihe von Sonaten für alle gebräuchlichen Orchesterinstrumente, die erst 1955 abgeschlossen sein wird.
Beginn der Überarbeitung des Marienlebens.

1937 29. Januar bis 20. Februar: Dritte Reise in die Türkei.
Unterweisung im Tonsatz. I: Theoretischer Teil.
22. März: Hindemith reicht an der Hochschule für Musik in Berlin seine Kündigung ein.
24. März bis 5. Mai: Erste Konzerttournee in die USA. Hindemith gibt Orchester- und Kammerkonzerte in New York, Boston, Washington, Chicago und Buffalo.
Zusammen mit dem Tänzer Leonide Massine arbeitet er am Libretto zum Ballett Nobilissima Visione.
25. September bis 25. November: Vierte Reise in die Türkei.
5. Dezember: Uraufführung der Symphonischen Tänze unter der Leitung von Paul Hindemith in London.
Für die eigene Konzertpraxis entsteht die Sonate für Bratsche allein; erste und zweite Orgelsonate.

1938 9. Februar bis 11. April: Zweite Konzertreise in die USA mit Stationen u.a. in New York, Boston, Philadelphia, Chicago, Detroit, Buffalo und New Haven.
Mai: Während der „Reichsmusiktage“ in Düsseldorf wird die Ausstellung „Entartete Musik“ gezeigt, in der neben Mahler, Schönberg, Krenek oder Toch auch Hindemith angegriffen und verunglimpft wird.
28. Mai: Uraufführung der Oper Mathis der Maler unter der Leitung von Robert Denzler in Zürich.
21. Juli: Uraufführung des Balletts Nobilissima Visione unter der Leitung von Paul Hindemith in London.
August: Auflösung der Berliner Wohnung; Einlagerung von Möbeln, Büchern und Dokumenten in Berlin sowie im Frankfurter Kuhhirtenturm.
13. September: Uraufführung der Orchestersuite Nobilissima Visione unter der Leitung von Paul Hindemith in Venedig.
Ende September: Hindemiths lassen sich in Bluche oberhalb Sierre im schweizerischen Kanton Wallis nieder.
Quartett für Klarinette, Geige, Cello und Klavier.

1939 28. Januar bis 6. Mai: Dritte Reise in die USA, die Hindemith diesmal auch nach Kalifornien führt. Über die Perspektive, als Filmmusiker in Hollywood zu arbeiten, schreibt er: „Ich glaube, daß ich von der Idee, hier am Film irgendwas mitzumachen, (die auch noch durch die völlig wahnwitzige Idee, etwas künstlerisch Wertvolles hervorzubringen, gestützt war) ziemlich kuriert bin. Ernsthaft kann man das nicht betreiben.“
Hindemith beginnt mit den ersten Vorarbeiten zu einer Oper über den Astronom Johannes Kepler, die er später Die Harmonie der Welt nennen wird.
Sonate für Bratsche und Klavier; Chöre für vier Männerstimmen; Orchesterfassung von Liedern aus Das Marienleben; Konzert für Violine und Orchester; Six Chansons.
Unterweisung im Tonsatz. II: Übungsbuch für den zweistimmigen Satz.

1940 4. Februar: Paul Hindemith verläßt die Schweiz und nimmt Exil in den USA. Dort diverse Lehrtätigkeiten an Colleges und Universitäten im Staate New York.
März: Hindemith beendet seine Karriere als Bratschist: „Ich habe doch beschlossen, die öffentliche Spielerei an den Nagel zu hängen. Wenn sie nicht schöner ist als das was aus dem Grammophon herauskam, ist sie nicht mehr wert, gezeigt zu werden.“
8. und 15. April: Vorträge an der Yale University in New Haven, Conn. zum Thema: Betrachtungen zur heutigen Musik.
Hindemith nimmt das Angebot einer halben Stelle als Professor für Musiktheorie an der Yale School of Music an.
12. September: Gertrud Hindemith trifft in den USA ein.
22. September: Paul und Gertrud Hindemith beziehen ein Haus in New Haven, Conn.
28. September: Unterrichtsbeginn an der Yale School of Music.
Sonate für Orgel nach alten Volksliedern; Konzert für Violoncello und Orchester; Symphonie in Es; Theme with Four Variations (according to the four temperaments) for Piano and String Orchestra.
Unterweisung im Tonsatz. I: Theoretischer Teil (erweiterte Ausgabe).

1941 6. Juli bis 17. August: Sommerkurs mit Alter Musik beim Berkshire-Festival in Tanglewood.
Hindemith erhält eine volle Stelle als Professor für Musiktheorie an der Yale School of Music und nimmt am 30. August seinen Unterricht auf.
Kompositionen für den Unterricht.
Englische Fassung vom Übungsbuch für den zweistimmigen Satz als: Exercises in Two-part Writing.

1942 Bedingt durch den Kriegseintritt der USA im Dezember 1941, verschlechtern sich die Lebensumstände für die deutschen Emigranten. Sie gelten jetzt als Bürger eines verfeindeten Staates und haben Einschränkungen (z.B. der Reisefreiheit) hinzunehmen. Der Postverkehr zwischen Amerika und Europa (und damit der Austausch von Informationen) kommt fast vollständig zum Erliegen.
Hindemith beginnt eine umfangreiche Serie von Liedern für Sopran und Klavier nach Texten deutscher, englischer, amerikanischer und französischer Dichter.
Sonata for Two Pianos, Four Hands; Klavierzyklus Ludus Tonalis.
Englische Fassung der Unterweisung im Tonsatz. I als: The Craft of Musical Composition. Book I. Theory.

1943 28. Oktober: Uraufführung von Amor and Psyche unter der Leitung von Eugene Ormandy in Philadelphia, Pa.
Bei den Bombardierungen Frankfurts wird auch der Kuhhirtenturm in Mitleidenschaft gezogen; etliche Notenmanuskripte aus Hindemiths früher Zeit werden zerstört.
6th String Quartet in E flat; Symphonic Metamorphosis of Themes by Carl Maria von Weber;Ballettouvertüre Amor and Psyche; Bearbeitung von Monteverdis Orfeo.
A Concentrated Course in Traditional Harmony (erste Auflage).

1944 Ballett Hérodiade.
A Concentrated Course in Traditional Harmony (zweite korrigierte und erweiterte Auflage; 1949 deutsch erschienen als: Aufgaben für Harmonieschüler).

1945 Ehrendoktorwürde der University of Pennsylvania in Philadelphia.
Beginn von jährlich stattfindenden Konzertveranstaltungen mit Alter Musik, die Hindemith bis zum Ende seiner Lehrtätigkeit an der Yale University (1953) fortsetzen wird.
1. Oktober: Hindemiths kaufen und beziehen ein Haus in der Alden Avenue in New Haven.
Seinen 50. Geburtstag am 16. November feiert die Juilliard School of Music in New York mit einer Konzertreihe, an der Hindemith als Dirigent beteiligt ist.
7th String Quartet in E flat; Concerto for Piano and Orchestra.

1946
11. Januar: Hindemith erhält die amerikanische Staatsbürgerschaft und kann sich nun frei bewegen.
22. bis 26. Januar: Reise nach Kanada.
Hindemiths erreichen erste Nachrichten aus Europa.
3. Juni bis 28. August: Konzertreise nach Mexiko.
When Lilacs Last in the Door-Yard Bloom’d. A Requiem “For Those we Love”; Symphonia Serena.
Elementary Training for Musicians (1975 auf deutsch erschienen als: Übungsbuch für elementare Musiktheorie).

1947 2. April bis 23. September: Europareise mit Konzerten und Vorträgen in Italien, der Schweiz, in Holland, Belgien und Österreich. Ein kurzer privater Aufenthalt in Frankfurt ermöglicht Ende Mai/Anfang Juni das Wiedersehen mit Freunden und Verwandten.
Apparebit repentina dies for mixed chorus and brass instruments; Concerto for Clarinet in A and Orchestra.

1948 Mai: Hindemith erhält die Ehrendoktorwürde der Columbia University in New York.
Verleihung eines Dr. hc. der Universität Frankfurt/Main.
5. August: Aufbruch zur zweiten, acht Monate dauernden Europareise mit Stationen in England, Frankreich, der Schweiz, Italien, Deutschland, Österreich und in den Niederlanden; Konzerte und Vorträge.
Blasseptett.

1949 Hindemith reist im Auftrag der US-Militärregierung durch Deutschland und verfaßt einen Bericht über die Situation des Musiklebens in dieser Nachkriegszeit.
1. April: Rückkehr aus Europa.
Oktober: Berufung als Charles Eliot Norten Professor for Poetry an der Harvard University, Cambridge, Mass.
23. November: Tod der Mutter.
Concerto for Horn and Orchestra; Concerto for Woodwinds, Harp and Orchestra.
Elementary Training for Musicians (Revision der Fassung von 1946).

1950 15. April bis 25. September: Dritte Europareise mit Stationen in Frankfurt, Berlin, Salzburg und Wien.
24. Mai: Verleihung der Ehrendoktorwürde der Freien Universität Berlin.
12. September: Anläßlich des Bach-Festes der Stadt Hamburg hält Hindemith die Rede Johann Sebastian Bach – Ein verpflichtendes Erbe.
Sinfonietta in E.
Unterweisung im Tonsatz. III: Übungsbuch für den dreistimmigen Satz (aus dem Nachlaß 1970 herausgegeben).

1951
Ab 1. August: Aufenthalt in Europa, der bis September 1952 dauern wird.
Oktober: Zum Wintersemester beginnt Hindemith seine Lehrtätigkeit an der Universität Zürich auf dem eigens für ihn eingerichteten Lehrstuhl für Musikwissenschaft. Bis 1953 erfüllt er jährlich alternierend seine Lehrverpflichtungen dort und an der Yale University.
15. Oktober: Bezug eines Hauses in Glattfelden bei Zürich.
24. November: Antrittsvorlesung.
Symphony in B flat for Concert Band; Symphonie „Die Harmonie der Welt“.

1952 7. bis 25. Februar: Konzertreise nach Skandinavien. Hindemith dirigiert in Göteborg, Stockholm und Oslo.
2. März: Verleihung des Hamburger Bach-Preises für 1951.
Mai: Aufnahme in den Orden Pour le Mérite.
20. Juni: Uraufführung der Neufassung der Oper Cardillac unter der Leitung von Victor Reinshagen in Zürich.
23. September: Rückkehr nach New Haven.
Veröffentlichung der Harvard-Vorlesungen unter dem Titel A Composer's World. Horizons and Limitations (1959 auf deutsch erschienen als: Komponist in seiner Welt. Weiten und Grenzen).
Concerto for Trumpet, Bassoon and String Orchestra; Neufassung der Oper Cardillac; Sonate für vier Hörner.

1953 Mai: Ende der Lehrtätigkeit an der Yale University in New Haven.
In den folgenden Jahren bis zu seinem Tod unternimmt Hindemith zahlreiche Konzertreisen in viele Länder der Welt.
Übersiedlung in die Schweiz. Ab September: Wohnsitz in Blonay oberhalb des Genfer Sees. Hindemith schreibt am 7. Oktober an Willy Strecker vom Schott-Verlag: „Unser neues Haus läßt sich sehr gut an. Es ist wirklich ein Vergnügen, nach so langen Jahren alle seine Sachen wieder beieinander zu haben.“
Kantate Ite angeli veloces (Text von Paul Claudel), Teil 3.

1954 7. April: Uraufführung der Neufassung der Oper Neues vom Tage unter der Leitung von Paul Hindemith in Neapel.
23. Juni: Verleihung der Ehrendoktorwürde der Oxford University.
August bis Dezember: Konzertreise nach Südamerika mit Konzerten in Buenos Aires, Montevideo, Cordoba, Bogotá und Sao Paolo.
Revision des Quintetts für Klarinette und Streichquartett op. 30.

1955 9. Oktober: Verleihung des Sibelius-Preises in Helsinki.
Kantate Ite angeli veloces Teil 1 und 2; Bearbeitung von Max Regers 100. Psalm.

1956 4. bis 30. April: Konzertreise mit den Wiener Symphonikern nach Japan.

1957 11. August: Uraufführung der Oper Die Harmonie der Welt unter der Leitung von Paul Hindemith in München.
Dezember: Hindemith beendet seine Lehrtätigkeit an der Universität Zürich mit Seminaren über Schönbergs Streichquartette und Madrigale von Gesualdo.

1958 23. September: Uraufführung des Oktetts in Berlin, bei der Hindemith ein letztes Mal öffentlich Bratsche spielt.
4. Oktober: Verleihung des Kunstpreises des Landes Nordrhein-Westfalen.
Fünfstimmige Madrigale nach Texten von Josef Weinheber; Pittsburgh Symphony.

1959 10. Januar bis 28. Februar: Reise in die USA mit Konzerten in Pittsburgh, Waterville und New York.
8. September: Hindemith dirigiert das Konzert zur Eröffnung der Beethoven-Halle in Bonn.
17. September: Während einer Probe in Oslo erleidet Hindemith einen Schwächeanfall und eine kurzzeitige Amnesie.

1960 4. Februar bis 17. März: Reise in die USA mit Konzerten in New Haven, New York und Washington.
Begegnung mit dem amerikanischen Dramatiker Thornton Wilder, mit dem Hindemith das Konzept für eine neue Oper erarbeitet.
Marsch für Orchester über den alten „Schweizerton“
.

1961 12. Juli bis 8. September: Reise in die USA mit Konzerten in Chicago und Santa Fe; dort begegnet Hindemith noch einmal seinem alten Freund Igor Strawinsky.
17. Dezember: Uraufführung des Einakters Das lange Weihnachtsmahl (nach Thornton Wilder) unter der Leitung von Paul Hindemith in Mannheim.

1962 Mainzer Umzug; Concerto for Organ and Orchestra.

1963 27. Februar bis 7. Mai: Reise in die USA mit Konzerten in New York, Washington, Chicago und Milwaukee.
10./11. Mai: Verleihung des Prix Balzan in Rom.
28. Juni: Vortrag Sterbende Gewässer bei der Frühjahrssitzung des Ordens Pour le Mérite in Bonn.
Oktober: Konzertreise nach Italien.
12. November: Die Uraufführung der Messe für gemischten Chor a cappella in der Wiener Piaristenkirche unter Hindemiths Leitung ist sein letzter öffentlicher Auftritt.
16. November: Hindemith erkrankt in Blonay und reist nach Frankfurt, um dort einen Arzt aufzusuchen.
24. November: Einweisung ins Marienhospital.
28. Dezember: Hindemith stirbt in Frankfurt.